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Wenn Sie mit einer Maßnahme der Strafverfolgungsbehörden konfrontiert werden, ist überlegtes Handeln angeraten,
um den damit ohnehin schon entstandenen Schaden für die eigene Person gering zu halten. Erste Hilfe

Sexualstrafrecht

Kein Deliktsbereich ist auf den ersten Blick so brisant wie das Sexualstrafrecht. In keinem anderen Gebiet des Strafrechts gilt – bedauerlicherweise – die Sentenz, die bereits die alten Römer formulierten: Semper aliquid haerit. Zu deutsch: Irgendetwas (von dem Tatvorwurf) bleibt immer hängen. Zu ergänzen ist: Selbst wenn er auch noch so unwahr ist, also das Ermittlungsverfahren eingestellt oder der Angeklagte im Hauptverfahren freigesprochen worden ist.

Da bereits der bloße Vorwurf einer Sexualstraftat, sei es nun sexuelle Nötigung, Vergewaltigung, Kindesmissbrauch oder ähnliche Sexualverbrechen, derart schwer wiegt und geeignet ist, das Leben des Betroffenen gravierend zu beeinflussen, ist bereits im polizeilichen und staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahren eine eingehende Würdigung des Gesamtsachverhaltes durch einen unvoreingenommenen Anwalt, der als Verteidiger beauftragt wird, angeraten.

Der Anwalt nämlich, der in dem Bereich der Sexualstraftaten verteidigt, weiß, wie oft der Vorwurf einer Sexualstraftat nach einer gescheiterten Beziehung von dem oder der Verlassenen erhoben wird, um den massiv zu schädigen, von dem er oder sie verschmäht worden ist. Ein in diesem Bereich erfahrener Rechtsanwalt wird dem Beschuldigten daher vollkommen unvoreingenommen gegenübertreten und sich all das, was dieser zu sagen hat, in Ruhe anhören und bewerten, um zusammen mit dem Beschuldigten aus diesen Informationen eine geeignete Verteidigungsstrategie zu entwickeln.

Dasselbe gilt für Ehescheidungsverfahren, bei denen es inzwischen bedauerlicherweise zum Standardrepertoire mancher Beteiligter gehört, den ehemaligen Partner mit den übelsten Vorwürfen zu überschütten, zu denen dann auch Sexualstrafteten zählen, allem voran der angebliche Missbrauch der gemeinsamen Kinder, um so eine für den angeblichen Täter ungünstige Entscheidung im Sorgerecht- oder Umgangsverfahren zu erwirken. Dabei wird von den Anzeigeerstattern freilich allzu oft übersehen, dass auch die falsche Verdächtigung und das Vortäuschen einer Straftat mit Strafe bedroht sind.

Da der Vorwurf einer Sexualstraftat den Beschuldigten – angesichts der zu Recht hohen Strafdrohungen dieser Delikte – erst einmal völlig lähmt, ist ein besonders ausgeprägtes Vertrauensverhältnis zwischen Mandanten und Anwalt in diesen Fällen besonders wichtig, da der Beschuldigte allein aufgrund des Vorwurfes von allen anderen Stellen, insbesondere den Strafverfolgungsorganen, mit größtem Argwohn und Misstrauen betrachtet wird. Damit ist gerade in diesem Bereich des Strafrechts die Wahl des Verteidigers für den Beschuldigten oder bereits Angeklagten von richtungsweisender Bedeutung.


Martin Barduhn
Rechtsanwalt